Der Hauseigentümerverband HEV Schweiz überflutet das Land seit Tagen mit einer aggressiven Kampagne gegen das CO2-Gesetz. Weil er mit falschen Zahlen eine manipulative Kampagne führt, kommt die Verbandsspitze jedoch intern unter Druck, wie die Sonntagszeitung berichtet. Auch der Verband Casafair fordert die Richtigstellung der «Angstkampagne mit falschen Zahlen».

Das Herzstück des CO2-Gesetzes im Gebäudebereich ist der neu eingeführte CO2-Grenzwert beim Heizungsersatz. Dank diesem können in Zukunft fossile Heizsysteme nicht mehr 1:1 ersetzt werden, wenn die Gebäudehülle nicht gedämmt ist.

Der HEV suggeriert, dass es für das Einhalten der Grenzwerte umfassende Gesamtsanierungen braucht und eine neue Wärmepumpe auch eine Wärmedämmung nötig macht. Das ist nicht korrekt! Die Umstellung auf ein erneuerbares Heizsystem zieht nicht zwingend eine Sanierung der Gebäudehülle nach sich, auch nicht bei Annahme des CO2-Gesetzes. Mehr zu diesem Thema hier.

Der HEV behauptet weiterhin, der Ersatz der Ölheizung durch eine Wärmepumpe würde sich in vielen Fällen auch nach 35 Jahren Betriebszeit nicht rechnen. Wenn man jedoch richtig rechnet, das heisst nur die wirklich notwendigen Sanierungen berücksichtigt, ist der Umstieg auf eine CO2- neutrale Heizung finanziell sinnvoll, sagt Gallus Müller, Präsident der Thurgauer Sektion des Hauseigentümerverbands (HEV). Bisher riet der Verband sogar zu solchen Heizungssanierungen. Dabei zeigte er auch auf, dass dies auch finanziell sinnvoll ist. Dass der HEV jetzt vor der Abstimmung seine Position wechselt, ist durch keine neuen Fakten zu rechtfertigen.