Menschen auf der ganzen Welt vertrauen ihre Gesundheit und ihr Leben Suchmaschinen an, um mehr über COVID-19 zu erfahren. Deshalb ist es enorm wichtig zu verstehen, wie zuverlässig die Inhalte sind, die sie dort finden.

Eine Untersuchung der Universität Oxford im Rahmen des Projekts «Rechnergestützte Propaganda» (computational propaganda) deckt auf: obwohl die mit Abstand am meisten genutzte Suchmaschine einst mit dem Anspruch antrat, die Relevanz der Suchergebnisse höher zu gewichten, als kommerzielle Interessen, werden die Nutzer heutzutage mehrheitlich mit Schrott-News konfrontiert, weil deren Verbreiter sehr geschickt die finanziellen Interessen der Suchmaschinen-Betreiber für ihre Zwecke auszunutzen wissen.

Die Untersuchung zeigt präzise auf, warum und wie dies passiert. Dazu untersuchten die Forscher die Rolle von Suchmaschinen und deren Optimierungsprozessen bei der Lenkung des Suchverkehrs auf Junk-Nachrichten und Desinformationen über COVID-19. Zudem schauten sie sich an, wie diese Websites wiederum den Suchverkehr durch digitale Werbung monetarisieren. Sie fragten:

  1. Wie verhalten sich die Suchmaschinen-Optimierungsstrategien professioneller Nachrichtenquellen im Vergleich zu denen von Junk-Nachrichten- und Desinformationsquellen?
  2. Auf welche Weise steigern Websites Dritter die Online-Reputation von Junk-Nachrichten und Desinformationen über COVID-19 durch Backlinks?
  3. Wie und in welchem Umfang monetarisieren grosse Werbeplattformen Junk-Nachrichten & Desinformationen rund um COVID-19?

Zusammengefasst haben sie herausgefunden: Die wichtigsten Junk-Nachrichten- und Desinformationsquellen erreichen aussergewöhnlich hohe SEO-Schlüsselfaktoren und sind für die Verbreitung in Suchmaschinen und sozialen Medien etwas besser optimiert, als seriöse Nachrichtenportale. Grosse Websites mit hohem Vertrauen steigern unbeabsichtigterweise Junk-Nachrichten & Desinformationen, indem sie deren Sichtbarkeit fördern. Die überwältigende Mehrheit der Junk-Nachrichten- und Desinformationsdomänen stützt sich auf grosse Werbeplattformen, um ihre Seiten zu monetarisieren, und 61 Prozent der Junk-Nachrichten- und Desinformationsquellen nutzen Google-Anzeigen.

Um Desinformation zu bekämpfen, sollte man also auch dafür sorgen, dass die seriösen Seiten durch Wissensbegierige besser aufgefunden werden.


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