5G spaltet die Nation wie sonst nur noch die Schutzmassnahmen im Zusammenhang mit COVID-19. Das soll uns aber nicht davon abhalten, kritisch die Fakten anzuschauen, statt einfach nur – meist negative – Behauptungen zu kopieren und zu verbreiten, die vielleicht gar nicht richtig sind. Denn das Thema ist zu wichtig. 5G stellte eine strategisch wichtige Erneuerung unserer Mobilfunk-Infrastruktur dar, ohne die Netz – und damit die mobile Internet-Anbindung – wegen des stetig steigenden Datenverkehrs schon bald an den Anschlag kommt.

Eines der umstrittenen Themen im Zusammenhang mit 5G stellt die Nützlichkeit dar. Was bringt es uns überhaupt, noch schneller noch mehr Daten über den Äther jagen zu können? In der Handelszeitung war heute ein interessanter Artikel („Türöffner für den Klimaschutz“) von Volker Richert und Eckhard Baschek, der den Nutzen unter anderem auch beim Klimaschutz verortet. Anbei ein paar Zitate und eine Zusammenfassung, um die Behauptung zu entkräften, es gebe für 5G noch keine sinnvollen Anwendungsideen oder 5G schade dem Klima. Alle Informationen in diesem Beitrag wurden kritisch überprüft. Wer den Artikel in ganzer Länge lesen möchte, kann die Handelszeitung digital lesen oder am Kiosk kaufen.

Digitalisierung ihrerseits beruht auf technologischer Innovation, gepaart mit einfallsreichen Businessideen. Ein Beispiel: E-Trottinett-Verleiher wie Bird oder Lime hätten nicht funktioniert ohne ein gut aufgestelltes, schnelles Kommunikationsnetz, moderne Software und unzählige mobile Endgeräte.

Diese vielen smarten, miteinander vernetzten Endgeräte wiederum kann man sich vorstellen als ein dichtes Netz von Punkten, die sich ständig untereinander austauschen – … Fachleute sprechen bei alldem auch vom «IoT», dem «Internet of Things».

Diese «Dinge» weisen zwei wesentliche Merkmale auf: Sie beinhalten erstens Sensoren, die etwas messen und Daten generieren. Zweitens sind sie mit dem Internet verbunden, damit die Daten an zentraler Stelle weiterverarbeitet werden können. Einige Sensoren verfügen sogar über eine eigene, wenn auch geringe Rechenkapazität. Das sorgt dann im Endeffekt, unter Beachtung strenger Datenschutzauflagen, für ein nachhaltigeres, ressourcenschonendes und gleichzeitig auch bequemeres Leben.

Das Kommunikationsnetz muss in der Lage sein, die ständig anfallenden Daten dieser vielen, oft mobilen Impulsgeber zu verarbeiten. Wichtig ist deshalb neben der Bandbreite auch die Reaktionszeit. Es bereitet zwar Freude, allein schon grosse Datenmengen in kürzester Zeit hoch- oder herunterzuladen, aber ebenso unverzichtbar ist es, auch kleine Datenmengen, etwa Steuerungsbefehle für Robotik und Fernsteuerungen von Baggern, quasi in Echtzeit transportieren zu können.

Die einzige Technologie, die das schafft, ist die fünfte Generation des Mobilnetzes, kurz 5G. Der Energieverbrauch entspricht nur einem Bruchteil dessen, was ältere Mobilfunknetze verbraucht haben. … Dank 5G werden bei der Datenübertragung fast 90 Prozent der Energie und des CO2-Ausstosses eingespart. So konnten die Universität Zürich sowie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa in einer Studie zeigen, dass die Übertragung von Daten in einem 5G-Netz rund 85 Prozent energieeffizienter erfolgt als in der heutigen Mobilfunkinfrastruktur. Kein Pappenstiel – verbraucht doch die IT-/ Telekombranche rund 2 Prozent des global erzeugten Stroms.

Diese vom Wirtschaftsverband Swisscleantech und von Swisscom finanzierte Studie hat die von Professor Lorenz Hilty geleitete Forschungsgruppe «Informatik und Nachhaltigkeit» am Institut für Informatik der Universität Zürich gemeinsam mit der Forschungsgruppe von Roland Hischier an der Empa in St. Gallen erarbeitet.

Auf einen konkreten Anwendungsfall angesprochen, erklärt Professor Hilty, dass vor allem die weitere Flexibilisierung der Arbeit Potenzial habe, weil sie Verkehr einspare. …

Auch das Schweizer Stromnetz werde von 5G profitieren, «wenn man eine dezentrale Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen und eine bessere Abstimmung von Energieangebot und -nachfrage erreichen will». Und schliesslich sei denkbar, dass Dünger, Pestizide und Methan in der Landwirtschaft eingespart werden, weil man sich ein viel differenzierteres und zuverlässiges Monitoring leisten kann (siehe die beiden Anwendungsbeispiele auf der nächsten Seite). Als Zukunftsvision nennt er den Abschied von Monokulturen in der Landwirtschaft, weil umweltschonende Mischkulturen dank Robotern, welche die Pflanzen unterscheiden können, wirtschaftlicher werden.

Und die Strahlenbelastung? … Eine Studie der Universität Gent in Belgien belegte im letzten Jahr, dass 5G bei unveränderter Datenmenge rund 80 Prozent weniger Strahlungsexposition verursacht als der Vorgängerstandard. …

Die heutigen Netze sind angesichts der ständig steigenden Datenvolumen vielerorts schon jetzt zu über 90 Prozent ausgelastet. … Gemäss Swisscom Prognosen geht man in den nächsten zehn Jahren von einer Verachtfachung des Datenverkehrs aus. 5G kommt für die Schweizer Wirtschaft also gerade rechtzeitig, nicht nur wegen Corona. 5G ermöglicht ortsunabhängiges Arbeiten und reduziert damit Pendlerwege – mit geringerem Treibstoffverbrauch und potenziell weniger Ansteckungen.

… Das Westschweizer Unternehmen Ecorobotix setzt für die Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft auf Roboter. Sie sind in der Lage, Herbizide gezielt auszubringen, was deren Einsatz um bis zu 90 Prozent reduziert und damit zum Schutz des Grundwassers beiträgt. Die Reduktion von Herbiziden unterstützt die nachhaltige Nutzung von Landökosystemen und kann die Bodendegradation sowie den Verlust der biologischen Vielfalt verringern.


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