Immer wieder heisst es in Diskussionen mit Menschen, die COVID-19 nicht so schlimm finden oder die nicht glauben, dass der nicht mehr zu leugnende Klimawandel menschengemacht ist, sie hätten ein Recht auf eine eigene Meinung und liessen sich von der Wissenschaft nichts vorschreiben.

Manchmal begründen sie dies damit, dass Wissenschaftler auch immer wieder ihre Meinung ändern. Letzteres stimmt zwar. Aber es gibt einen Unterschied.

Es gibt Meinungen, die auf der Berücksichtigung aller bekannten Fakten basieren. Wer die Erde noch nie von oben gesehen hat, kann nicht wissen, dass sie rund ist, sondern muss dies glauben. Bis zu dem Moment, wo man feststellt, dass die Sonne zur gleichen Zeit im Norden unter einem anderen Winkel am Himmel steht, als weiter südlich. Die Vermessung dieses Phänomens lässt nur einen Schluss zu: die Erde ist rund und hat einen Umfang von ca. 40’000 km.

Erathostenes Methode, den Erdumfang zu bestimmen

Wer trotz Kenntnis dieser Tatsache immer noch meint, die Erde sei flach, hat zwar ein Recht auf diese Meinung. Dieses kann ihm niemand nehmen. Aber er hat in unserer westlichen, von der Aufklärung geprägten Gesellschaft keinen Anspruch darauf, ernstgenommen zu werden oder gar politische und andere Entscheidungen zu fordern, die auf dieser Meinung beruhen.

Auch die Leugner der Theorie, dass der aktuelle Klimawandel menschengemacht ist, ignorieren geflissentlich relevante Fakten – zum Beispiel, dass Schwankungen der Sonneneinstrahlung den Klimawandel schlicht und einfach nicht erklären können, weil sie zu schwach sind.

Gleiches gilt für Meinungen, die auf Verschwörungsmythen beruhen (QAnon usw.) und Meinungen, die Gesetzen der Physik widersprechen (beim Thema 5G zum Beispiel).

Wer mit seiner Meinung ernstgenommen will, muss sie gut begründen können. Dazu braucht man auf der einen Seite Fakten und darf auf anderen Seite keine Fakten ignorieren.