Von Peter Metzinger

In den letzten Wochen gab es auf Facebook mehrere Kommentare, die wegen des Impressums von ReclaimTheFacts und dem Sitz bei der Mr. Campaigning AG diese Plattform als manipulative Seite einer „PR-Agentur“ zu diffamieren versuchten. Wenn einem die sachlichen Argumente ausgehen, ist ein Ansatz, die Glaubwürdigkeit des Diksussionspartners anzuzweifeln.

Damit sich jeder eine eigene und fundierte Meinung bilden kann, hier ein paar Fakten und Hintergründe.

Jede Website braucht ein Impressum mit einer gültigen Postadresse. Bei ReclaimTheFacts ist das der Sitz meiner Firma «Mr. Campaigning AG». Wer meine Geschichte kennt, wird verstehen, wieso meine Firma keine „PR-Agentur“ ist.

1982 – im Alter von siebzehn Jahren – erfuhr ich, dass die nahe gelegenen Fordwerke in einem alten Steinbruch oberhalb meines Heimatdorfs Lackschlamm in Vertiefungen endlagern wollten. Gleich nebenan gab es einen kleinen Tümpel, ein wahres Amhibienparadies. Also startete ich meine erste Kampagne, sammelte Unterschriften, protestierte schriftlich beim Umweltamt und komponierte sogar einen Song mit dem Titel «Ford, Mord und die Lackschlammdeponie». Nach zwei Jahren war der Spuk vorbei.

Mittlerweile war ich in Heidelberg am Physik studieren und in der Friedensbewegung aktiv, von wo es mich ins Tutorium Umweltschutz an der Uni verschlug und dann zu Greenpeace. Für Greenpeace war ich sieben Jahre ehrenamtlich tätig, bevor ich 1991 von Greenpeace Schweiz angestellt wurde. Dort arbeitete ich 3 Jahre lang als Campaigner und 3 Jahre als Campaigns Director (Mitglied der Geschäftsleitung).

Weil ich in dieser Funktion auch eine Organisationsentwicklung anstiess und umsetzte, wurde mir bewusst, dass das, was ich als Campaigner bei Greenpeace erlernt hatte – Campaigning – sehr vielfältig eingesetzt werden kann, vom internen Kulturwandel in einem Unternehmen, Organisationsentwicklung, Change Management, Marketing, Unternehmenskommunikation bis hin zu Abstimmungskampagnen. Denn letztendlich geht es immer darum, das Wissen (oder Verständnis), die Einstellungen und / oder das Verhalten von Individuen zu verändern.

Eine solche Aussage kann nun leicht als Aufruf zur Manipulation diffamiert werden. Aber tun wir das nicht alle jeden Tag? Z.B. wenn wir jemandem einen Tipp geben, eine Information weiterleiten, etwas kritisieren, geschieht das nicht immer, um im weitesten Sinn Einfluss zu nehmen, auf das Wissen des Gegenübers, seine oder ihre Einstellung zu einem Thema oder sogar auf das Verhalten? Jede und jeder tut das, mehrmals jeden Tag.

Manipulativ ist es nur dann, wenn man seine Absichten verbirgt. Unethisch ist es, wenn es einem ethisch nicht vertretbaren Ziel dient. Für die Bewertung kommt es also sehr auf die Absicht an. (Schon 2003 schrieb ich in meinem Buch «Business Campaigning», dass die Zukunft den Unternehmen gehört, die transparent und authentisch sind, während manipulative Methoden in Zeiten von Web2.0 – so hiessen die aufkommenden Social Media damals – immer weniger eine Chance haben würden.)

Mit der Erkenntnis, wie vielfältig man Campaigning einsetzen kann, machte ich mich 1998 selbständig. Schon damals wurde ich von anderen Mr. Campaigning genannt, weil ich der erste in der Schweiz war, der Campaigning als Dienstleistung anbot. Also lag es nahe, auch meine Firma Mr. Campaigning zu nennen; allerdings dauerte es 22 Jahre, bis ich mich zu diesem Schritt entschliessen konnte.

«Mr. Campaigning» by LOVA (Lorena Valentini)

Weil ich als Kind einer Arbeiterfamilie, mit Studium und einer Tätigkeit für Greenpeace gerade mal für einen Monat Startkapital ansparen konnte, war mein wichtigstes Ziel im ersten Jahr, Reserven aufzubauen. Als ich dieses erreicht hatte, kam die Sinnkrise. Ich wollte nicht nur zum Geldverdienen arbeiten. Die Arbeit musste auch einen Sinn ergeben.

Und so kam es, dass ich seit 20 Jahren – zuerst mit einer Einzelfirma, dann einer GmbH und seit 2019 einer AG – Nonprofit-Organisationen und Unternehmen bei Veränderungsprozessen und Kampagnen unterstütze und mit dem Teil meiner Arbeitszeit, in der ich Geld verdiene, Projekte fördere, bei denen ich nichts oder nur sehr wenig verdiene. Verrechenbare Tätigkeiten für Nonprofit-Organisationen kann ich auf diese Art quersubventionieren. Als Mitglied der Venture Kick Jury unterstütze ich innovative Jungunternehmer gratis. Diverse Projekte habe ich von mir aus angestossen und kann mir die Zeit, die ich dafür aufwenden muss, dadurch leisten, dass ich auf der anderen Seite mit zahlenden Kunden genügend verdiene, um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Zum Beispiel engagiere ich mich seit Juni 2019 für eine Idee, die mir damals in den Sinn kam, dass man nämlich mit der politisch unvermeidbaren Flugticketabgabe den Airlines den Umstieg auf erneuerbare Treibstoffe finanzieren könnte. Das hat viel Zeit gekostet, die niemand zahlte.

Ich bin Mitglied der Fachkommission Umwelt und Energie der FDP Kanton Zürich. Als Präsident des Quartiervereins Limmatfeld und im Vorstand der IG Silbern engagiere ich mich für eine gute Entwicklung des Quartiers, in dem ich lebe. Als Einwohner und Gemeinderat von Dietikon habe ich mich dafür eingesetzt, dass die Stadt nun als Wirtschaftsstrategie definiert hat, dass sie ein Cluster für Umwelt- und Energie-Unternehmen werden will. ReclaimTheFacts ist auch nicht die erste Plattform, die ich ins Leben gerufen habe, um Falschinformationen zu korrigieren. Die erste war klima-neutral.info

Als ich letztes Jahr von der GmbH auf die AG umstieg, legte ich fest, dass die AG grundsätzlich auch eigene Initiativen lancieren kann, die Campaigning für Themen oder Ideen darstellen, die für eine gute Zukunft der Menschheit strategisch relevant oder mindestens wichtig sind. Das sind die «Campaigning For Good» Projekte.

Last not least: Mr. Campaigning AG übernimmt zwar auch Agenturaufträge, ist jedoch eher eine Unternehmensberatung, spezialisiert auf Lösungen für besondere schwierige Probleme («Impossible Missions»). Denn seit über 20 Jahren ist die häufigste Rückmeldung, die ich bekomme, dass ich schon wieder das Unmögliche möglich gemacht hätte. So kam es auch zum Firmen-Claim «impossible is just a word for change».

Mit all dem sind wir keine PR-Firma, auch wenn PR – Medienarbeit – zum Repertoire gehört, genauso wie Social Media, Events, Public Affairs, Krisenkommunikation, Reputationsmanagement, Change Management, Organisationsentwicklung usw. Wir haben ein breites Repertoire. Das braucht man auch, wenn es um Impossible Missions geht.

Wir nehmen auch nur Aufträge an, die wir aufgrund der Fakten ethisch vertreten können.


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