So jedenfalls liest es sich in Berichten auf Webseiten wie Tichys Einblick. Dort erschien am 26. September ein Artikel mit dem Titel «500 Wissenschaftler erklären: ‹Es gibt keinen Klimanotfall›». Der Artikel wurde laut dem Analysetool Crowdtangle mehr als 6900 Mal auf Facebook geteilt.

In der Schweiz berichtete die «Weltwoche» am 9. Oktober unter dem Titel «Frischluft für die Klimadebatte» über die «Europäische Klima-Deklaration», die «500 qualifizierte Persönlichkeiten» unterzeichnet haben.

Grund genug, auch das Thema Klimawandel anzupacken, denn auch hier tummeln sich jede Menge Falschinformationen und gezielte, manipulative Desinformationskampagnen im Netz. Anders als bei den Desinformationskampagnen zu 5G zielen diese Kampagnen zwar nicht auf das Verhindern einer neuen Infrastruktur ab und es muss ein Rätsel bleiben, wieso jemand an dem Klima-Ast sägt, auf dem wir alle sitzen, aber dennoch gibt es sie und wir müssen uns mit ihnen auseinandersetzen.

Der Infosperber hat die oben erwähnte Deklaration ausführlich untersucht und mit wissenschaftlich fundierten Fakten verglichen.

Fazit: Die Aussagen sind – bis auf zwei – zwar in Teilen richtig, sie lassen aber oft zentralen Kontext aus, etwa zu bisheriger Forschung oder der Einschätzung offizieller Stellen. Weil diese wichtigen Positionen fehlen, können die Behauptungen irreführend gelesen werden. (Klartext: sie sind irreführend.) Zudem werden zu keiner einzigen Behauptung nachvollziehbare Quellen, Belege oder Zitate angeführt, obwohl das in der Wissenschaft eigentlich die Norm ist. Solche Behauptungen sind nicht überprüfbar und damit nicht widerlegbar – eine weit verbreitete Manipulationstechnik, die vor allem im Zusammenhang mit Propaganda-Techniken populistischer Wahlkämpfe auftaucht. Zur Einschätzung der verschiedenen Arten von Information erinnern wir an unsere früheren Artikel, „Was ist wissenschaftliches Denken?“ und „5 Arten von Informationen

Auch die Organisation Climate Feedback hat den offenen Brief von sechs Forschern analysieren lassen: Diese kommen zum Schluss, dass seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit insgesamt als «sehr gering» zu bewerten ist. So handle es sich dabei eher um «Rosinenpflücken», der Brief sei inakkurat und voreingenommen.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass es sich bei den 500 Personen nicht nur um Wissenschaftler handelt und bei manchen nachweislich Biografien gefälscht wurden. Die echten Wissenschaftler in der Liste sind zumeist keine Klimawissenschaftler, haben also vom Thema nicht mehr Ahnung als jemand anders auch.

Hier geht es zum Faktencheck in ganzer Länge.


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