Nachdem die Schweizer Behörden noch bis vor kurzem den Standpunkt vertraten, dass Masken keinen Schutz gegen COVID-19 bieten, hat Bundesrätin Sommaruga heute das Tragen von Masken „wo nötig“ als wesentlichen Bestandteil von Schutzkonzepten bezeichnet. Trotzdem wurde auf eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr verzichtet. Es gab nur eine „dringende Empfehlung“.

Angesichts der Verwirrung, die bezüglich des Masken-Tragens besteht, möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass es nicht nur Gerüchte, sondern auch wissenschaftliche Studien gibt, die zum Schluss kommen, dass Schutzmasken dazu beitragen, die Verbreitung von COVID-19 zumindest zu reduzieren. Jede Reduktion ist wichtig, weil die dazu beiträgt, die Reproduktionszahl unter 1 zu bringen oder zu halten, was dann irgendwann zum Verschwinden des Virus führen wird.

Ein Beispiel für eine solche Studie ist die Studie unter dem Titel „A modelling framework to assess the likely effectiveness of facemasks in combination with ‘lock-down’ in managing the COVID-19 pandemic„, veröffentlicht in den Proceedings Of The Royal Society.

Photo by pixpoetry on Unsplash

Die Studie hat ergeben, «dass die effektive Reproduktionszahl, Re, unter 1 gesenkt werden kann, wenn Gesichtsmasken von der Öffentlichkeit ständig verwendet werden (nicht erst ab dem ersten Auftreten von Symptomen), was zur Eindämmung der epidemiologischen Ausbreitung führt. Unter bestimmten Bedingungen, wenn Sperrzeiten in Kombination mit der 100%igen Verwendung von Gesichtsmasken durchgeführt werden, kommt es zu einer weitaus geringeren Ausbreitung der Krankheit, sekundäre und tertiäre Wellen werden abgeflacht und die Epidemie wird unter Kontrolle gebracht. Der Effekt tritt selbst dann auf, wenn man davon ausgeht, dass Gesichtsmasken nur zu 50% wirksam sind, um ausgeatmetes Virusinokulum mit gleicher oder geringerer Effizienz beim Einatmen einzufangen. … Der Vollständigkeit halber zeigen unsere Modelle, dass die Anwendung von Gesichtsmasken Vorteile auf Bevölkerungsebene bietet, selbst unter Umständen, in denen die Träger einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. … Selbst wenn die Verwendung von Gesichtsschutzmasken nach Beginn der ersten Sperrfrist begann, zeigen unsere Ergebnisse, dass durch die Verringerung des Risikos des Auftretens weiterer COVID-19-Wellen noch Vorteile entstehen könnten. … Diese Analysen könnten erklären, warum in einigen Ländern, in denen die Akzeptanz der Maskenanwendung in der Öffentlichkeit bei etwa 100% liegt, signifikant niedrigere Raten der Verbreitung von COVID-19 und der damit verbundenen Todesfälle zu verzeichnen sind. Wir kommen zu dem Schluss, dass die Verwendung von Gesichtsmasken durch die Öffentlichkeit, wenn sie in Kombination mit physischer Distanzierung oder Sperrzeiten verwendet wird, eine akzeptable Methode zur Bewältigung der COVID-19-Pandemie und zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeit darstellen kann. Diese Ergebnisse sind sowohl für die Industrie- als auch für die Entwicklungsländer von Bedeutung, in denen eine große Anzahl von Menschen ressourcenarm ist, die Herstellung von selbstgemachten, wirksamen Gesichtsmasken jedoch möglich ist. Eine Schlüsselbotschaft unserer Analysen zur Unterstützung der breiten Einführung von Gesichtsmasken wäre „Meine Maske schützt dich, deine Maske schützt mich“.»

Zur Studie geht es hier (nur auf Englisch).


Newsletter abonnieren
Um immer auf dem Laufenden zu sein und Informationen über Mutmach-Möglichkeiten zu erhalten, melde dich hier für den Newsletter an.

Wird verarbeitet …
Erledigt! Sie sind auf der Liste.

Donation

Your donation helps us to make ReclaimTheFacts better known through paid advertising in social media.

5,00 CHF